„Erstens es kommt immer anders und zweitens als man denkt.“

Dieser Spruch trifft wohl ziemlich genau den Nagel auf den Kopf, wenn es um meine Vorstellungen rund um das erste Babyjahr geht.

Ich malte mir auf meiner vor Liebe übertränkten rosaroten Wolke eine perfekte Zeit aus. Was sollte da schon schiefgehen? Ja, genau das dachte ich mir.

Eines vorweg alles in allem war es das schönste Jahr meines Lebens, nur nicht so rosarot wie man es sich ausgemalt hat.

Hier ein paar Dinge auf die einen wahrscheinlich niemand so richtig vorbereiten kann und man sie selbst einfach erlebt haben muss.

*[Die folgenden Erlebnisse beziehen sich nur auf persönliche Erfahrungen. Nicht alle Eltern erleben schwierige Zeiten.]

 

Die Babyausstattung

Kennt ihr diese Listen auf denen steht was genau man denn alles für das Baby braucht? So eine hatte ich auch! Ich verfiel in einen wahren Kaufrausch für mein kleines ungeborenes Kind. Letztens habe ich zufällig eine Studie gelesen, die besagte, dass die meisten Eltern zwischen 1.000 und 3.000 Euro für die Erstausstattung ausgeben. Wenn man diese Zahlen liest klingt es wirklich ziemlich viel. Aber wer konnte denn ahnen, dass man gefühlt nur die Hälfte braucht? Dass man einen Teil wieder unbenutzt verkauft? Genau so war es bei uns. Das ungenutzte Babybett wurde durch ein Babybay getauscht, viele Klamotten nie getragen und allgemein das Babyzimmer so richtig erst mit knapp einem Jahr bespielt. Ich sag euch aber eins: SPUCKTÜCHER kann man nie genug haben. Wir starteten mit 10 Tüchern und sind bei knapp 30 gelandet. Absolut praktisch diese Teilchen, denn sie dienten uns als Mehrzwecktuch für Babysabber, Lätzchen, Sonnenschutz, Wickelunterlage, etc..

 

 Gefühlschaos, Babyblues, Nachwehen

Da war dieses Gefühl, welches einem niemand vorher hätte beschreiben können. Es war wie ein Schlag der mich traf. Voller Stolz und Liebe blickten wir unser Kind das erste Mal im Kreißsaal an. Er war so mini, so zerbrechlich und noch so zerknautscht. Gleichzeitig überkam mich aber auch die Unsicherheit und Hilflosigkeit. Wie wechsle ich diesem kleinen Wesen jetzt die Windel? Hat er Hunger? Mache ich was falsch? Bin ich eine gute Mutter? Wieso schreit er?

Und dann noch dieses Gefühl, worüber ich hier schon einmal geschrieben habe.

Ich bin wirklich in ein Becken voller Gefühle gefallen und ich denke so geht es den meisten Frauen.

Zu den Gefühlen/Hormonen kamen dann noch die lieben Nachwehen. Ich bin ehrlich, an sie gedacht habe ich nicht. Vielleicht wollte ich das auch gar nicht. Sie kamen am 3. Tag und blieben 1 ½ Wochen. Warum sagt einem niemand vorher, dass sie echt ekelhaft sein können? Besonders beim Stillen hat es mich erwischt. Wodurch wir schon zum nächsten Punkt kommen.

 

Das Stillen

Stillen ist wundervoll! Das ist für mich nach dem ersten Babyjahr einfach Fakt. Doch anfangs war es das absolut nicht für mich.

Was ich vorher nicht wusste: Dass Stillen so unendlich doll weh tun kann! Wunde, blutige Brustwarzen, der Milcheinschuss und ein Clusterbaby. All das brachte mich manchmal wirklich an den Rand der Verzweiflung. Es dauerte schon etwas bis wir uns wirklich aufeinander eingespielt hatten, doch von da an klappte es wunderbar. Geduld, Geduld und noch einmal Geduld waren hier das Patentrezept.

 

Mein Baby, das unbekannte Wesen

Mit Baby zu planen ist nicht immer einfach. So stellte ich mir vorher vor wie man sich mit Freunden im Café trifft und Klein E ganz sanft neben uns im Maxi Cosi schläft. Jetzt beim Schreiben muss ich selbst lachen. Da war ich wohl ganz schön naiv. Bei einigen mag das sicherlich klappen, bei uns so gut wie nie. Gelernt habe ich, dass das Leben mit Baby nicht immer planbar ist – muss es auch gar nicht. Wir wurden flexibler und versuchten wichtige Termine immer in seine „Gute-Laune-Stunden“ zu verschieben. Wenn es dann einfach mal nicht ging, wurde halt auch mal abgesagt.

Klein E hatte in den ersten 3 Monaten auch mit schlimmen Koliken zu kämpfen, wodurch er auch nur wenig geschlafen hat und wenn dann in der Tragehilfe ganz nah bei mir.

 

Babyschlaf und der pure Entzug

Wie oft habe ich in meiner Schwangerschaft gehört, dass die ersten Monate die einfachsten wären? Zu oft! Von Kindern die 16 – 19 Stunden am Tag schlafen war die Rede. Ich kann nur von uns sprechen aber hier wurde NICHT die meiste Zeit geschlafen. Es gab Tage, an denen ich froh war, wenn ich 5 Minuten zum Duschen, Anziehen und Essen hatte.

Geschlafen wurde, wie oben schon einmal erwähnt, fast ausschließlich auf mir bzw. an mir. Ich lernte im Halbsitzen zu schlafen, Augenringe perfekt zu kaschieren und brauchte dank gefühltem 24/7 Tragen keinen Sportkurs.

Doch es gab auch Tage, an denen ging absolut nichts mehr. Tage an denen man so dermaßen gereizt war, dass ich alles und jeden angemotzt habe. Um nicht völlig in einem Tränenmeer zu versinken hat es zu diesem Zeitpunkt wirklich geholfen, mal 5 Minuten an die frische Luft zu gehen oder ein Bad zu nehmen, wenn das Kind gerade halbwegs ruhig war und Papa sich drum kümmern konnte.

 

Fazit

Ich denke ich könnte hier noch weitere Punkte aufzählen, was aber gar nicht meine Intention ist.

Letztendlich sage ich mir nun: Man kann auf ein Baby nicht perfekt vorbereitet sein. Nicht auf alles und jede Situation. Nein! Wie soll man auch? Da kommt schließlich ein kleines Baby auf die Welt. Ein Baby mit ganz individuellen Bedürfnissen. Ein Baby, dass erstmal auf dieser, für sich ganz neuen Welt, ankommen muss.

Ich denke das wichtigste, dass wir Mütter tun können, ist uns drauf einzulassen, die Menschen mit ihren 100 Ratschlägen einfach mal auszublenden, Google nicht zu oft zu verwenden und auf das eigene Herz zu hören. Denn nichts auf dieser Welt ist wohl intuitiver als der Mutterinstinkt. Also macht euch nicht verrückt, denn aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen: Es wird besser! Vielleicht nicht von heute auf morgen aber von Woche zu Woche. ❤

Und jetzt ihr! 🙂

Wie ist es euch im ersten Babyjahr ergangen?