Der 6. Monat ist nun schon ein paar Tage vorbei und um ehrlich zu sein, kann ich noch gar nicht richtig realisieren, dass da in 3 Monaten schon ein zweites Baby bei uns sein wird.

Diese Schwangerschaft vergeht so unglaublich schnell, dass ich mich manchmal wirklich frage wo die Zeit geblieben ist.

Nicht nur die „schnelle“ Schwangerschaft hat mich diesen Monat ins Grübeln gebracht, sondern auch meine Gefühle. Aber lest selbst…

 

Die Sache mit der Bindung

Wenn ich an die Emotionen in diesem Monat denke, kann ich eindeutig sagen: „Es war ein auf und ab!“

Es gab Tage an denen ich nicht einmal an das Baby gedacht habe. Ja, so ist das manchmal. Zwischen Uni Seminaren, einem Kleinkind und dem normalen Alltagstrubel, habe ich tatsächlich meine kleine Bauchbewohnerin aus den Augen verloren. Reflektiert fühlte sich das ganz furchtbar an. Ich habe schlimme Schuldgefühle gegenüber meinem Baby aufgebaut. So hatte ich an manchen Tagen wirklich Angst, dass ich diese Bindung nicht aufbauen kann und das hat mich unglaublich traurig gemacht.

Dazu beigetragen hat denke ich auch, dass das Babymädchen jetzt im Bauch schon ganz anders ist als Klein E. Bei ihm habe ich zu dieser Zeit schon starke Tritte gespürt. Sie ist da eher zaghaft, sodass man nur mit etwas Glück etwas spüren konnte.

Ich habe schon an mir selbst gezweifelt. Mich gefragt warum die enge Bindung noch nicht so besteht wie ich es mir eigentlich wünsche. Ob ich mein zweites Kind nicht richtig lieben kann oder werde. Gedanken die wahrscheinlich vielen Frauen im Kopf herumschwirren, wenn sie das zweite Mal schwanger sind.

Als wir nun an die Ostsee fuhren erreichte mein Wechselbad der Gefühle seinen Höhepunkt. Ganze 4 Tage spürte ich so gut wie nichts von der Kleinen. Doch genau das änderte meine Gefühle auf einen Schlag. Es war Dienstag spät Abend als wir zurückfuhren. Den ganzen Tag bemerkte ich keine Regung. Ich begann zu zittern und spürte etwas, dass ich vorher so nicht kannte: Unendliche Angst!

Ja, ich hatte Angst, dass es meinem Baby nicht gut geht. Fühlte mich schlecht, weil ich so wenig an sie gedacht habe. Die ganze Fahrt über hatte ich meine Hände auf dem Bauch – nichts. Absolut nichts zu spüren. Gut nur, dass wir am nächsten Morgen gleich den Frauenarzt Termin hatten.

Da saß ich nun. In einem Wartezimmer voller schwangerer Frauen. Sie hatten so gut wie alle ihre Hände auf den Bäuchen liegen. Man sah ihnen ihr Glück förmlich an. Mittendrin saß ich wie ein Häufchen Elend. Ängstlich, verunsichert – völlig fertig. Die 20 Minuten Wartezeit fühlten sich diesmal an, als wären es 2 Stunden.

 

Ein ganz neues Gefühl

„Frau Schulz, kommen Sie bitte mit?“, rief eine Arzthelferin. ENDLICH! Wie immer wurde ich zunächst nach meinem Empfinden gefragt, woraufhin ich auch gleich meine Sorgen mitteilte. Man muss mir meine Angst angesehen haben, denn sofort holte die Arzthelferin ein mobiles CTG. „Einmal das Shirt bitte hochziehen.“ Alles ging ganz schnell. Gel drauf, Gerät an und los ging die Suche nach dem kleinen schlagenden Herzchen. Plötzlich ertönte ein gleichmäßig schlagendes Geräusch. „Da ist es – das Herz!“ Tränen sprangen mir aus den Augen. Tränen voller Freude und Erleichterung. Dieser Moment änderte so ziemlich alles in der Beziehung zu dem kleinen Babymädchen.

Kurz danach hatten wir noch einen Ultraschall um wirklich ausschließen zu können, dass irgendetwas nicht stimmt. Erfüllt mit Liebe starrte ich auf den Monitor und da war sie, mein kleines Mädchen. Auch die erste Regung folgte zeitnah. Das kalte Gel und der Druck auf dem Bauch müssen sie wohl „geweckt“ haben, denn von diesem Moment an verspüre ich regelmäßig stärkere Bewegungen.

Ich denke, dass ich einfach lernen musste, dass man auch das zweite Kind lieben wird. Vielleicht fühlt es sich diesmal anders an aber die Liebe wird genauso stark sein.

So ist die Sache mit der Liebe und der Bindung – sie muss wachsen! Das weiß ich nun (und auch, dass man sich für diese Gefühle nicht schämen muss, denn Ängste sind menschlich).

 

Schwangerschaftswoche 21 – 24

 

Gewichtszunahme

Meine Gewichtszunahme in dieser Schwangerschaft verläuft im Gegensatz zur ersten sehr proportional. Wenn der Bauch wächst, was man dann auch deutlich sieht, habe ich meistens 1 Kilo mehr auf der Waage. Insgesamt habe ich bis jetzt 7 Kilo zugenommen und fühle mich damit pudelwohl.

 

Beschwerden

Ich kann mich nicht wirklich beklagen. Na klar zwischendurch spielt mein Kreislauf nochmal etwas verrückt, dass aber eher nur an den ganz heißen Tagen. Ansonsten ist es bei den üblichen Verdächtigen geblieben: Ischias und Wassereinlagerungen. Einzig und allein meine Schilddrüse macht mir in dieser Schwangerschaft etwas Sorgen. In meiner ersten Schwangerschaft musste ich zwar auch Medikamente einnehmen, diese waren aber kontinuierlich bei 50 mg. Nun ist es bei jeder Vorsorgeuntersuchung dieses Mal so, dass meine Werte immer schlechter werden und ich jetzt schon bei 150 mg angekommen bin. Also geht es für mich in den nächsten Tagen zum Spezialisten.

 

Stimmung

Meine Stimmung hat sich eingependelt. Ich bin keine wandelnde Zeitbombe mehr, die jeden Moment explodieren könnte. Doch 1 Mal in zwei Wochen kann es vorkommen, dass ich absolut motzig bin, sehr zum Leidwesen meines Partners. Da sich diese Aussetzer aber wirklich im Rahmen halten, verläuft diese Schwangerschaft aber deutlich harmonischer.

Ansonsten bin ich im Moment ein wirklich emotionaler Mensch. Ich sehe die Welt mit anderen Augen und verfalle ab und zu in richtige Liebesausbrüche. Damit kann ich aber gut und gerne leben, denn sie fühlen sich wirklich sehr gut an.

 

Schlafverhalten

Das Thema Schlafen. Es ist ein auf und ab. Manche Nächte sind super, andere dagegen miserabel. Mit dem Stillkissen klappt es jetzt aber ganz gut und drauf verzichten möchte ich auch nicht mehr.

Ernährung / Gelüste / Abneigungen

Meine Ernährung ist nahezu gleich geblieben in den letzten Wochen. Wasser ist immer noch mein absoluter Favorit, denn ich halte keine halbe Stunde ohne zu trinken aus. 😃

Ich habe immer noch ein starkes Verlangen nach gesunden Lebensmitteln und greife daher meistens zu Gurke/Kohlrabi anstatt zu Chips oder zu Pfirsichen/Erdbeeren statt zu Schokolade.

Abneigungen verspüre ich im Moment keine.

 

Was ich vermisse

Ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit. So langsam wird das Schuhe anziehen anstrengend. 😃

Sportliche Aktivitäten

In den letzten Wochen kam ich zwar nicht zu Workouts, dafür aber zu ganz vielen langen Spaziergängen, sodass ich jeden Tag mein Schrittziel erreicht habe.

Mein Ziel sind täglich 6000 Schritte. Hört sich wenig an, ist aber an manchen Tagen gar nicht so einfach zu realisieren. Der lange Nachmittagsspaziergang mit Kind, Mann und Hund machen es aber möglich. 😊