Schlaf. Was gibt man nicht alles für eine ruhige Nacht? Eine Nacht, nach der alle Familienmitglieder ausgeruht und munter in den neuen Tag starten können. Ich würde sagen so einiges. Doch was ist, wenn das Kind plötzlich nicht mehr richtig schlafen kann und jede Nacht von einem Schreck, dem Nachtschreck, geplagt wird?

Das erzähle ich euch jetzt.

 

Unsere Schlafgeschichte

 

Die Anfänge

Was das Thema Schlafen angeht, kann ich im Nachhinein sagen: “Gut Ding braucht Weile.“ Klein E war von vorn herein kein Kind, welches lange und gut geschlafen hat. Die ersten drei Monate plagten ihn Koliken, welche vom Einschlafen abhielten. Danach wurde es langsam besser. Er schlief zwischendurch ab und an eine halbe Stunde. Nachts wurde er jedoch weiterhin alle Stunde und wenn es gut lief alle 2 Stunden wach. Wie das aber so ist, arrangierten wir uns schnell mit diesem Schlafrhythmus, sodass wir trotz Schlafmangel halbwegs durch den Tag kamen.

 

Der Milchwecker

Warum er nicht länger schlafen konnte/wollte? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat ihn der Geruch von Milch immer wieder gereizt wach zu werden. Was auf das Stillem zurückzuführen ist, dass er nur zu gerne tat.

Im Mai 2017 war nun aber der Zeitpunkt gekommen. Mein kleiner Junge hat sich nach fast genau 17 Monaten über Wochen selbst abgestillt. Mit dem Ende des Stillens kam auch der plötzliche Schlafwandel. Von einen auf den anderen Tag schlief er mittags gut 2 Stunden und in der Nacht quasi durch. Zu diesem Zeitpunkt kam es uns vor wie ein Wunder, welches wir aber gerne annahmen, denn wir alle waren besser drauf und vor allem fitter.

 

Zu früh gefreut

Anfang Juni fuhren wir dann an die See. Wir freuten uns sehr auf erholsame Tage mit viel Schlaf, denn bekanntlich schläft man an der Seeluft besser und fester als sonst (geht zumindest uns so). Die ersten drei Tage war dem tatsächlich so. Wir hatten entspannte Tage und erholsame Nächte. An Tag vier wurde E dann krank – Erkältung. Wir dachten uns zunächst nichts dabei, bis zur Nacht. Diese Nacht, war die bis dato die wohl anstrengendste und emotionalste Nacht was das Schlafen angeht. Wie aus dem nichts fing E um ca. 1 Uhr nachts an zu schreien. Es war aber kein schreien wie sonst – nein! Dieses schreien war apathisch. Er war wie erstarrt in seinem Schreikrampf. Nichts aber wirklich nichts konnte ihn mehr beruhigen. Selten haben wir uns so hilflos gefühlt. Das Ganze ging dann gute 3 Stunden so, bis er weinend auf dem Arm eingeschlafen ist.

 

Die folgenden Nächte…

Die nachfolgenden Nächte zu Hause verliefen von nun an ähnlich. Doch nach einer Woche steigerte sich das ganze Szenario noch einmal. Schlafen funktionierte von nun an nur noch auf einem von uns und sitzend. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon einen Babybauch hatte, übernahm der Papa die Nächte mit ihm. So schliefen wir die nächsten 3 Wochen nur noch getrennt voneinander. Er mit E auf dem Sofa und ich im Bett. Es war furchtbar für uns alle. Die Tage zogen sich durch den Schlafmangel schlimmer denn je. Unsere Kräfte waren am Ende.

 

Die Frage nach dem „warum“?

Nach diesen drei langen Wochen ging ich nun nicht mehr von einer Phase aus. Ja, eine Phase, das sagt sich immer so einfach. Doch was, wenn diese nicht endet oder nur noch schlimmer wird? Also fing ich an mich schlau zu lesen. Foren wurden durchforstet, Studien gelesen und Blogs durchsucht. So richtig wurde ich jedoch nicht fündig. Ich war verwirrter denn je. Bis zu dem Tag an dem ich mich mit meiner lieben Freundin Bini von „Tinyfeetadventures“ unterhielt. Sie sprach das Thema „Nachtschreck“ an. Um ehrlich zu sein, hatte ich davon vorher noch nie etwas gehört.

 

Der Nachtschreck

 

Von nun an, suchte ich nach diesem Begriff und wurde fündig.

 

Was ist eigentlich dieser Nachtschreck?

„Oft beginnt der Nachtschreck mit einem angstvollen Schreien oder Weinen: Das Kind befindet sich im Tiefschlaf und schreckt ganz plötzlich in Panik hoch – oft verschwitzt und mit schneller schlagendem Herz. Es hat keine Orientierung und ist nicht ansprechbar, obwohl die Augen weit geöffnet sind. Es sitzt aufrecht im Bett, manchmal springt es aber auch auf oder schlägt um sich. Andere Personen erkennt das Kind in der Regel nicht. Meistens tritt der Nachtschreck in der ersten Nachthälfte auf, oft schon eine Stunde nach dem Einschlafen.“

Quelle: http://www.onmeda.de/kind/nachtschreck_bei_kindern.html

 

Was kann ich in dem Moment tun?

Gelernt haben wir eins: Viel tun kann man nicht. Wir setzten uns zu ihm, schenkten ihm Nähe und versuchten ihm zu zeigen, dass wir da sind (auch wenn er es nicht mitbekommen hat). Ab und zu half uns auch das Wechseln des Zimmers und der Ausnutzung unterschiedlicher Temperaturen. Von da an hieß es abwarten bis er sich wieder beruhigt und ruhig bleiben, denn die anfängliche Nervosität durch das Nichtwissen, hat es nur noch schlimmer gemacht.

 

Vorbeugende Maßnahmen

Beim Nachtschreck gibt es Faktoren, welche ihn begünstigen.

Hier ein paar Tipps die uns zur Vorbeugung geholfen haben:

  • Ein angenehmes Abendritual, wie zum Beispiel baden, Bücher anschauen, etc.
  • Ein regelmäßiger Schlafrhythmus, denn übermüdete Kinder leiden öfter am Nachtschreck.
  • Keine Aufregung vor dem Schlafen gehen, d.h. wildes Toben oder Fernsehen vermeiden, da dies das Hirn des Kindes zusätzlich reizt.
  • Kein zu warmes Zimmer: Um die 18°C sind ideal.

 

Das Ende des Schrecks

Nachdem wir uns strickt an unsere Routine abends hielten und lernten genau den Moment abzupassen in dem er müde wurde, wurden auch die nächtlichen Schreiphasen immer weniger. Nach ca. 1 ½ Wochen hörte es dann ganz auf. Genauso schnell wie der Nachtschreck gekommen ist, war er nun wieder weg. Seit dieser Zeit hatten wir nur noch zwei Nächte, in denen er durch den Nachtschreck geweckt wurde. Der Unterschied zu damals: Wir treten diesem Thema entspannt gegenüber und wissen wie wir damit umzugehen haben.

So hat sich das alte Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“, doch wieder bewahrheitet.